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Ultraschall-WissenSonocoach · 27. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Diastolische Funktion im Echo sicher beurteilen: 5 Schritte in der richtigen Reihenfolge

Von der Messung bis zur Interpretation: Mit diesen fünf Schritten in der richtigen Reihenfolge beurteilst du die diastolische Funktion im Echo sicher – und warum E' immer zuletzt kommt.

Echokardiografie-Monitor mit Vierkammerblick und Doppler-Kurve
Die diastolische Funktionsprüfung gehört zum Routine-Echo – und trotzdem wird sie oft unsicher gemessen und interpretiert. Dieser Beitrag zeigt, wie du sie von der Messung bis zur Interpretation einfach und sicher beurteilst. Er richtet sich an alle, die sie regelmäßig anwenden, und an alle, die sie endlich verstehen und korrekt messen möchten.
Es gibt fünf Schritte. Jeder ist wichtig, und zur richtigen Diagnose kommst du nur, wenn du alle in der richtigen Reihenfolge durchführst.

Schritt 1: Die Knöpfe am Gerät kennen

Bevor du die diastolische Funktion prüfst, musst du dein Gerät beherrschen. Wo ist der Gewebedoppler-Knopf? Wo findest du die Messwerte für PW-Doppler und Gewebedoppler? Und wie veränderst du das Sample Volume, also die Messzelle des PW-Dopplers? Das ist an jedem Gerät anders und nicht immer leicht herauszufinden – daran scheitern erstaunlich viele.

Schritt 2: Korrekt messen

Aus langjähriger Erfahrung ist das der wichtigste Schritt von allen. Wenn die Messung nicht stimmt, ist alles Weitere wertlos. Achte auf:
  • den korrekten Schnitt – ein reiner Vierkammerblick, kein Zwischenschnitt,
  • den richtigen Winkel des PW-Dopplers,
  • die richtige Position des Sample Volumes, sowohl beim PW-Doppler als auch beim Gewebedoppler – gemessen wird nur dort, wo du die Messzelle platzierst,
  • die passende Größe des Sample Volumes.
Schon kleine Abweichungen verändern die Kurve, die du bekommst, und damit die folgenden Schritte und die Interpretation.

Schritt 3: Zacken und Wellen lernen

Du musst die Grundlagen sicher kennen: Was ist die E-Welle, was die A-Welle? Wie verändern sie sich mit der Herzfrequenz? Was passiert bei einem bradykarden Rhythmus, was bei Vorhofflimmern mit 130 Schlägen pro Minute? Wie verändern sich Geschwindigkeiten, Relationen und Aussehen von Phase zu Phase – im PW-Doppler und im Gewebedoppler? Das sind einfache Dinge, die für einen korrekten Befund enorm viel bringen.

Schritt 4: Die zwei wichtigen Normwerte

Es gibt viele Normwerte, und niemand muss sie alle auswendig können. Zwei Werte solltest du aber ohne Zettel und Karteikarte am Gerät parat haben:
  • die E/A-Ratio, das Verhältnis von E- zu A-Welle – das Gerät ermittelt es selbst, du misst nur die Geschwindigkeiten,
  • die Dezelerationszeit (DT).
Mit diesen beiden Werten kannst du direkt einschätzen, ob du richtig gemessen hast und ob die Funktion normal ist oder ob ein Stadium 1, 2 oder 3 vorliegt – vom Normalbefund bis zum maximal veränderten, pathologischen Wert.

Schritt 5: E' kommt zuletzt

Viele fangen mit E' an, um die diastolische Dysfunktion zu beurteilen, und denken, damit sei es erledigt. Das stimmt nicht. E' ordnet nicht immer den richtigen Grad oder Referenzbereich zu. Ein Beispiel: Ein Patient mit einer diastolischen Dysfunktion zweiten Grades kann einen E'-Wert zeigen, der für sich genommen normal aussieht. Deshalb gilt:
  1. Zuerst korrekt messen – Schnitt, Winkel, Sample Volume.
  2. Dann Zacken und Wellen und ihre Relation betrachten.
  3. Dann E/A-Ratio und DT mit den Normwerten einordnen.
  4. Erst zum Schluss E' hinzuziehen.
Ist die Messung falsch – falscher Schnitt, falscher Winkel, falsche Sample-Volume-Größe – brauchst du gar nicht erst zu beurteilen, wie schwer die Dysfunktion ist.

Warum die Einordnung so wichtig ist

Bei jeder eingeschränkten systolischen EF oder einem anderen Wert, der von der Norm abweicht, liegt im Grunde immer eine diastolische Dysfunktion vor. Die eigentliche Aufgabe im Echo ist zu sagen, welchem Stadium sie entspricht. Wir müssen die Patienten mit Grad 3 herausfinden, denn sie haben ein erhöhtes Risiko und ein schlechteres Outcome.

Zusammengefasst

  • Die Messung ist entscheidend – probiere selbst aus, wie stark sich die Kurve ändert, wenn du ein bis zwei Punkte nicht beachtest.
  • Gehe systematisch vor: Du brauchst einen Plan, womit du anfängst, welcher Wert zuerst kommt und was du korrigierst, wenn etwas nicht passt.
  • E' kommt immer zum Schluss.
Du möchtest richtig messen, neu lernen oder typische Fehler korrigieren? Bewirb dich für dein Erstgespräch, dann schauen wir, ob und wie wir dir helfen können.
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