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Praxis & KlinikSonocoach · 27. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Fall der Woche: Echo bei Dekompensation – wenn man vor lauter Pathologien die relevante Diagnose nicht mehr sieht

Ältere Patientin, Ödeme und zunehmende Luftnot: Wie du im Echo systematisch nach der Ursache einer kardialen Dekompensation suchst, ohne dich von der ersten Auffälligkeit blenden zu lassen.

Echokardiografie mit Schallkopf am Brustkorb und Herzbild auf dem Monitor
In unserer Reihe „Fall der Woche" geht es heute um ein Problem, das viele aus dem Alltag kennen: Man findet im Echo so viele Auffälligkeiten, dass man kaum noch entscheiden kann, welche davon die relevante Diagnose ist.

Der Fall

Eine ältere Patientin stellt sich in der Notaufnahme vor, mit Ödemen und Luftnot. Bis vor Kurzem war sie noch fit, hat im Garten gearbeitet und schwere Belastungen gut vertragen. In der letzten Zeit ist es jedoch permanent schlechter geworden.
Die Frage: Wie suchen wir im Echo nach der Ursache einer kardialen Dekompensation – worauf achten wir, und warum?

Warum dieser Fall interessant ist

Die Dekompensation ist eine häufige Diagnose. Schwierig ist oft nicht, sie zu erkennen, sondern die Ursache einzuordnen: Worauf beruht die Dekompensation bei dieser Patientin? Das lässt sich nicht immer sofort zuordnen, und in diesem Fall ist es besonders anspruchsvoll.

Das Konzept: von oben nach unten, von links nach rechts

Wir beginnen mit der parasternalen langen Achse, der ersten Standardebene. Wichtig ist ein festes Vorgehen: Das Bild wird von oben nach unten und von links nach rechts beurteilt, damit nichts übersehen wird.
Man darf sich nicht auf die Spitze des Eisbergs stellen, „ich habe ja schon die Diagnose", und den Rest vergessen.

Die Befunde in der parasternalen langen Achse

  • Rechter Ventrikel: Hier sehen wir nur einen Anschnitt, ebenso vom rechtsventrikulären Ausflusstrakt. Das ist möglicherweise nicht das wahre Gesicht, deshalb Vorsicht bei der Beurteilung der Größe.
  • Septum und linker Ventrikel: Die Größe liegt bei rund 5 Zentimetern und ist damit für eine Patientin dieses Alters eigentlich normal.
  • Aortenklappe: Sie öffnet und schließt sich, die Veränderungen sind altersbedingt (Sklerose).
  • Mitralklappe: Sie ist deutlich auffälliger, mit vorderem und hinterem Segel und dem Mitralring an der klassischen Position.
  • Linker Vorhof: Er fällt als sehr groß auf und ist nicht zu übersehen.

Immer das EKG mitlaufen lassen

Bei jeder Untersuchung sollte das EKG mitgeschrieben werden. So hast du den Rhythmus im Blick und misst nicht versehentlich in einer extrasystolischen Phase. Gerade Anfängern hilft das, Kontraktionsmuster richtig zuzuordnen und zu erkennen, ob ein Schlag eine Extrasystole ist.

Wie es weitergeht

Die weiteren Ebenen und die Zusammenführung aller Befunde zur Diagnose zeigen wir im Video Schritt für Schritt. Schau es dir an und überlege vorab: Welche Auffälligkeit würdest du bei dieser Patientin als Ursache der Dekompensation werten?
Du möchtest solche Fälle sicher und systematisch beurteilen? Dann sprich mit uns über dein Training.
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Wie würde dein Ultraschall-Training aussehen?

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