Diastolische Funktionsprüfung im Echo: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Dieses Video zeigt, wie du die diastolische Funktion im Echo einfach und sicher beurteilst, von der Messung bis zur Interpretation. Es richtet sich an alle, die sie routinemäßig prüfen, und an alle, die sie endlich verstehen und korrekt messen möchten.
Fünf Schritte in der richtigen Reihenfolge
Für die diastolische Funktionsprüfung gibt es fünf wichtige Schritte. Zur richtigen Diagnose kommst du nur, wenn du alle beachtest und sie in der richtigen Reihenfolge durchführst.
1. Die Knöpfe deines Geräts kennen
Bevor du misst, musst du wissen, wo am Gerät Gewebedoppler (TDI), PW-Doppler und die zugehörigen Messungen liegen. Daran scheitern viele, vor allem daran, wie sie die Größe des Sample Volume ändern. Das ist nicht an jedem Gerät leicht zu finden, deshalb solltest du es vorher wissen.
2. Korrekt messen: der wichtigste Schritt
Aus langjähriger Erfahrung ist das der entscheidende Punkt. Jeder Fehler hier verändert die Kurven und damit alle folgenden Schritte und die Interpretation.
- Der richtige Schnitt: ein reiner Vierkammerblick, kein Zwischenschnitt
- Der richtige Winkel des PW-Dopplers
- Die richtige Lage des Sample Volume bei PW- und Gewebedoppler, denn gemessen wird nur dort, wo du es hinlegst
- Die richtige Größe des Sample Volume. Der Unterschied ist enorm, auch wenn man es kaum glaubt.
Im Video ist ein Negativbeispiel zu sehen: Zwischenschnitt, falscher Winkel, falsche Lage und Größe des Sample Volume. Die Kurven wirken abgrenzbar, aber eine solche Messung wird gar nicht erst interpretiert.
3. Zacken und Wellen verstehen
Was ist E, was ist A? Wie verändern sie sich mit der Herzfrequenz, wie bei Bradykardie oder bei Vorhofflimmern mit 130 Schlägen pro Minute? Was unterscheidet die Kurven im PW-Doppler von denen im Gewebedoppler? Das klingt einfach, bringt für die korrekte Interpretation aber enorm viel.
4. Zwei Normwerte, die du auswendig kennst
Es gibt sehr viele Normwerte. Zwei solltest du aber ohne Zettel direkt am Gerät parat haben, vom Normalbefund bis zu Grad 1, 2 und 3:
- das E/A-Verhältnis (das Gerät berechnet es, du misst nur die Geschwindigkeiten)
- die Dezelerationszeit (DT)
Damit siehst du sofort, ob deine Messung plausibel ist und welches Stadium vorliegt.
5. In der richtigen Reihenfolge interpretieren: E' zum Schluss
Viele fangen mit E' an und sind damit fertig. Das ist falsch. E' passt nicht immer zum tatsächlichen Grad. Im Beispiel aus dem Video wird E' medial am basalen inferoseptalen Septum mit 7 gemessen. Wer nur auf den Grenzwert von 8 schaut, hält das für normal. Tatsächlich hat der Patient eine Grad-2-Dysfunktion. Deshalb erst korrekt messen, Kurven und Normwerte beurteilen und E' erst zum Schluss hinzunehmen.
Warum sich das lohnt
Hat ein Patient eine eingeschränkte EF, liegt fast immer auch eine diastolische Dysfunktion vor. Die Aufgabe im Echo ist, das Stadium zu bestimmen und vor allem die Grad-3-Patienten herauszufiltern, denn sie haben ein erhöhtes Risiko und ein schlechteres Outcome.
Fazit
- Die Messung ist entscheidend. Vergleich selbst einmal eine korrekte Messung mit einer, bei der du ein oder zwei Punkte nicht beachtest.
- Geh systematisch vor: Wo fange ich an, welcher Wert kommt zuerst, was korrigiere ich, wenn etwas nicht passt?
Wenn du die Messung neu und richtig lernen möchtest: sonocoach.de/termin.