DHC im Live-Schall: diese 3 Fehler solltest du nicht machen
Live am Gerät zeigt Paul von Sonocoach, Internist und Gastroenterologe, die drei häufigsten Fehler bei der Darstellung des DHC: Ergonomie, Orientierung am Schulter-Nabel-Schnitt und fehlende Alternativen. Und so gehst du stattdessen vor.
Warum der DHC so oft nicht gefunden wird
Das Sonocoach-Team hat in den letzten Jahren über 500 Kolleginnen und Kollegen ausgebildet, auch beim Gallengangssystem. Dabei sieht man immer wieder dieselben Fehler und Mythen. Die drei wichtigsten zeigt das Video live am Gerät.
Fehler 1: Die Ergonomie
Ein normaler DHC ist nur etwa 3 mm breit. Um ihn einzustellen, brauchst du kleine, kontrollierte Bewegungen. Mit einem Hammergriff geht das nicht. Leg Arm und Hand so ab, dass du aus dem Handgelenk oder den Fingern fein nachsteuern und sogar die Atmung des Patienten ausgleichen kannst. Wie der Griff für deine Hand und deine Sonde genau aussieht, muss man sich individuell anschauen.
Fehler 2: Orientierung von außen
Der Schulter-Nabel-Schnitt ist eine Wunschvorstellung. Der DHC liegt nicht immer auf dieser Achse, weil die Leber mal höher, mal tiefer, mal breiter oder näher an der Sonde liegt. Mit dem Schulter-Nabel-Schnitt landest du in höchstens etwa 20 Prozent der Fälle an der richtigen Stelle.
Im Video ist das live zu sehen: Im Schulter-Nabel-Schnitt erscheinen Gefäß, Magen und rechte Kolonflexur, aber nichts vom Gallengangssystem. Auch mit tiefer Einatmung sieht man bestenfalls ein Stück intrahepatischen Gang. Orientiere dich deshalb von innen, am bewegten Bild.
Fehler 3: Kein Plan B
Viele kennen genau eine Variante, die mal funktioniert hat. Liegt dann Duodenum mit Luft im Weg, ist Schluss. Du brauchst Plan B, C und D: weitere Schallfenster, Lagerungen und Patientenmanöver, die richtig ausgeführt werden.
So geht es richtig
- Am bewegten Bild orientieren: Wo bin ich, wo muss ich hin? Fehlt die Sicht auf den Leberhilus?
- Patientenmanöver: Bauch rausdrücken lassen, damit die Bauchdecke die Organe nach unten bringt.
- Startposition: Pfortader in der langen Achse, die Arterie darüber.
- Mit ergonomischem Griff leicht nach kaudal kippen, dann kommt der DHC ins Bild.
- Klappt das nicht, nicht aufgeben, sondern die nächste von vielen Varianten durchspielen. Jeder Patient hat seine eigene „Schokoladenachse“.
Fazit
Mit mehreren Varianten kommst du statistisch viel eher zum Ziel als mit einer einzigen, besonders wenn diese eine auch noch fehlerhaft ausgeführt wird. Dass dir das so nicht beigebracht wurde, ist normal: Meist schaut niemand darauf, wie du die Sonde hältst. Wenn du Feedback zu deiner Technik möchtest, am Gerät oder online anhand eigener Aufzeichnungen: sonocoach.de/termin.